Spatz im Aufgang, Sonne im Untergang

Eine Sache empfand ich komisch in diesem Urlaub. In regelmäßigen Abständen überschlugen sich Marie und Ina mit “Da ist ein Vogel in unserem Zelt!”. Dann schaute ich nach und es war kein Vogel im Zelt. Ina beteuerte dann, dass da wirklich ein Vogel gewesen war, aber wo sie im Wissen blieb, blieb ich im Glauben. Dann endlich passierte es: Marie und Ina riefen: “Da ist ein Vogel in unserem Zelt!”, ich schaute nach und siehe da: Da war ein Vogel in unserem Zelt! Es war ein kleiner Haussperling, also ein Spatz.

Mein Vertrauen in ihre geistige Verlässlichkeit kam zurück 🙂

Nach einer mittäglichen Stärkung…

… und nachdem ich Kevin nochmal abgelichtet habe …

… entschlossen wir uns, nochmal den Spielplatz anzupeilen. Diese Entscheidung fiel in der Regel nicht nur zu Gunsten der Kinder, auch wir profitierten, schließlich gab es dort wirklich vorzüglichen Kaffee und auch Kuchen, falls man nicht widerstehen konnte.

Auf dem Spielplatz trafen wir wieder Amelie und Lenora.

Abends verabredeten wir uns mit Thomas und seiner Familie, um zu bezeugen, wie die Sonne in die Nordsee eintaucht. Natürlich mit Getränken bewaffnet. Die Jüngsten, Janne und Josh, waren jeweils bei Mama in der Trage.

Sundowner mit Bier

Auf den Abend habe ich mich noch mit Thomas auf ein Bier am Strand verabredet, um ein wenig zu quatschen und den Sonnenuntergang zu geniesen. War sehr schön, wobei ich mit kurzer Hose mich ein wenig in der Kleiderwahl vertan habe. Sei’s drum, ich hab’s überlebt 🙂

Als ich zurückkam, war im Casa del Veit/Schloeßer schon alles still.

Spielplatz und alte Freunde

In der Zwischenzeit waren wir eingerichtet und angekommen. Das Zeltinnere füllte sich und wies das übliche Chaos auf.

Wir verabredeten uns mit Thomas’ Familie, um den Spielplatz in Vejers Stand zu besuchen.

Der Tag war schön, die Sonne wärmte, wurde aber gelegentlich von schnell ziehenden Wolken zurückgehalten. Der Wind wehte, wie üblich.

Auf dem Spielplatz war wie immer schon gut was los. Zusätzlich bot sich hier noch eine große Überraschung, Karlshagen in Dänemark! Die Familie von <name1> und Amelie schlenderten uns dort entgegen.

Wir erinnerten uns in dem Moment an ein Detail. welches sie uns beim Abschied mitgeteilt hatten, sie sagten, dass sie weiter nach Dänemark fahren. Wir entgegneten damals: “Wir auch!”, dachten aber im Traum nicht daran, dass die genau Position in Dänemark von Relevanz sein könnte. Zufälle gib’s 🙂

Sei’s drum, für die Kinder war das natürlich toll, eifrig wurde geschaukelt und gespielt.

Nachdem die alten Bekannten weiterzogen, genehmigten wir uns einen kleinen Gaumenschmaus, der Spielplatz war direkt neben einem sehr sehr schönen und leckeren Café, dem Café Tropic.

Der Aussenbereich des Cafés ermöglichte es, dass sie Kinder weiterhin den Spielplatz bespielten, die Aufsichtspflichtigen aber währenddessen schön auf ein Käffchen sitzen bleiben konnten 🙂

Marie versuchte sich dann noch an einer Rutschstange. Nach anfänglichem ausgedehnten Meckern, dass wir nicht andauern ihre Hand halten wollten.

Schließlich schaffte sie es dann selber. Stolz war sie und erklärte uns genau, was man in welcher Reihenfolge machen musste, um unversehrt grinsend unten anzukommen.

Schließlich machten wir uns auf die Rückreise.

Das Wetter bot wieder eine recht wechselhafte Kulisse. Während der Hinweg recht freundlich und wohlwollend daherkam, waren jetzt teilweise dicke, dunkelgraue Wolken zu sehen. Wirklich fantastisch.

Und dann irgendwann haben wir es geschafft. Zuhause angekommen, erstmal aus den Klamotten und “Zuhause” weiterspielen 🙂

Wind und Wetter

Die Geschwindigkeit, in der die Wolken in der Regel am Himmel vorbeizogen, war schon immens. Dementsprechend wechselte auch das Wetter recht schlagartig. Was aber eigentlich immer konstant vorhanden war, war ein ordentlicher Wind von 30 bis 65 km/h. Natürlich boten wir mit Kevin (=unser Bulli) und Vorzelt auch ordentlich Angriffsfläche. Deshalb wurde am 2ten Tag so gut wie alles an Leinen und Heringen verbaut, was verfügbar war. Nur an der Westseite, Richtung Meer. Alle anderen Seiten waren irrelevant.

Selbst die Bodenheringe direkt am Zelt wurden gedoppelt. Die Zuggummis, die Hering und Zelt verbanden, wurden mit Paracord entlastet. Auch die Kombination Regen und Wind war so eine Sache. Unser Zelt hatte ja keinen geschlossenen Boden, somit konnte Wasser ins Zelt eindringen. Gerade dieser windgetriebene Regen war dafür natürlich prädestiniert.

Und so bin ich vor allem am Anfang des Aufenthaltes in Vejers Strand des Öfteren nachts aus dem Hochdach gekrabbelt, um einen Blick ins Zelt zu werfen, ob alles noch steht. Auf Grund der nächtlichen Helligkeit war das teilweise auch ohne Taschenlampe möglich. Das folgende Bild wurde um 23:33 Uhr aufgenommen.

Auch der Bullideckel wurde vom Wind teilweise ordentlich durchgeknetet. Ein paar mal habe ich das Internet bemüht, um rauszufinden, wie viel Wind so ein Aufstelldach abkann. Die Erbauer unseres Bullis, das Haus Spacecamper, hatten einmal erzählt, dass sie für einen Messeaufenthalt extra ihre Aufstelldächer aufmachten, um im angekündigten Starkwind deren Strapazierfähigkeit zu testen. Wir standen frontal zur Windrichtung, was vermutlich die beste Wahl war. So war zwar das Zelt des Aufstelldaches direkt ausgesetzt, allerdings hätte ein seitlicher Windeinfall die Gelenke verbiegen können. Wären wir rückwärtsgerichtet zum Wind gestanden, hätte uns der Wind möglicherweise den Himmel (also das Dach) auf den Kopf fallen lassen. Gerade in Kombination mit Regen war es im oberen Schlafzimmer echt laut. Selbst für mich, der Geräusche ganz gut rausfiltern kann, war das eine Herausforderung.

Strand, Spaß, neue Freunde

Der Strand war wirklich riesig! Da der Strand für Autos zugelassen war, standen auch dementsprechen viele Autos rum, an ihnen teilweise echt große Drachen befestigt. Sah cool aus 🙂

Nachdem man das Dünenband und den kurzen Steilhang überwunden hatte, wurde der Sanduntergrund viel härter und flacher, als wir das von Überitz gewohnt waren. Mit anderen Worten: man konnte dort mit weniger Kraftaufwand laufen.

Die Ostsee bietet für Wellenbildung nicht so viel offene See. Zudem lagen die Stände, an denen wir in Überitz lagen, gegen Nordosten. Wir waren also dort keine großartigen Wellen gewöhnt. Hier dagegen konnte der stetige Wind aus Osten die Wellen deutlich mehr spielen lassen. Durch den seichten Abstieg ins tiefe Wasser ergab sich eine hübsche kleine Brandung, mit ausgedehnten Wellenbrechungen und dem dazugehörigen Brandungssound. Die Kids fanden es auch super und obwohl das Wetter nicht zum Baden einlud, hatten wir viel Spaß.

… unter anderem auch mit dem kleinen Drachen (danke an Dennis für den Kauftipp).

Anschließend ging es zurück auf den Campingplatz, genauer, auf das dort befindliche Riesenhüpfpolster.

Die Zeit schritt voran und Ina ist mit Josh zurück zu unserem Platz gegangen. Marie wollte noch ein wenig bleiben und schaukeln. Es war eine 2er-Schaukel und neben uns schaukelte ein kleiner Junge in Maries Alter, angeschuckt von seinem Papa. Das Gequassel der Kinder legte dann relativ schnell offen, dass beide Schaukelpartien aus Deutschland kamen. Sie kamen aus Stuttgart! Wir verstanden uns echt gut und er, Thomas, lud uns dann in deren Domizil ein, ein Ford Nugget Campervan mit Vorzelt.

Thomas war mit seiner Frau und deren zwei Söhnen Finn und Janne in Elternzeit. Janne war knapp ein Jahr alt, Finn zirka in Maries Alter. Für uns war es schön, mal wieder mit anderen Menschen zu sprechen, für Josh und Marie war es wie immer, da sie ja eh immer mit Nachbarskindern zu tun hatten 🙂

Speis und Trank gab es vor Ort auch noch, wobei die Volljährigen Wein bevorzugten.

Hej Vejers Strand

In der Tat waren wir ein wenig angespannt wegen dem Grenzübergang von Deutschland nach Dänemark. Wird es eine Schlange geben? Müssen wir Tests machen? Dürfen wir überhaupt rein?

Nachdem wir die Grenze ohne weitere Probleme überquerten, fuhren wir unmittelbar danach erstmal auf eine Raststätte mit Spielplatz, um eine Pause zu machen. Das Eis für die Kinder wurde mich Karte gezahlt, die Karte im Lesegerät zurückgelassen. Glücklicherweise übergab uns ein netter Mensch dann die Karte, als wir auf einer Bank saßen und das Eis verspeist wurde. Auch ein “Happening” auf dieser Raststätte: Joshi hatte eine Zigarette im Mund. Aber nur ganz ganz kurz und es ist daraufhin auch nichts weiteres passiert. Verflucht sei die orale Phase!

Dann, endlich! Vejers Stand Camping, wir sind da! Überrascht wurden wir an der Rezeption darauf hingewiesen, dass wir ein Tag zu früh angekommen sind. Stellte aber kein Problem dar, wir bekamen einen schönen Platz, direkt an der Strand nächsten Düne. Die Düne und die dahinter verborgene Nordsee war auch das allererste, was von uns inspiziert wurde.

Und da war sie, die Nordsee. Irgendwie schon auch anders, als die Ostsee. Alles doch deutlich rauer, mehr Sand, mehr Wellen und vor allem: Mehr Wind.

Anschließend widmeten wir uns der Ankommensprozedur: Kindersitze wegpacken, Sitz drehen, Deckel hoch, Matratze aufpumpen, Zelt an Keder anbringen, Zelt aufpumpen, Sprudler im Zelt aufstellen, Spieleboxen mit coolen Tischbrett aufstellen und so weiter und so fort 🙂

Was total überraschte: Es war sehr sehr lange hell! Wir hätten Dänemark jetzt nicht soo weit in den Norden verortet, dass man das wirklich ernsthaft merkte. Aber doch, auf dem folgenden Bild schlug die Uhr bereits 20:49 …

… und noch ein wenig später, 21:23.

Zoo Rostock

Ostsee ade, ab an die Nordsee! Und zwar nach Vejers Strand in Dänemark, oberhalb des Nationalparks Vadehavet. Mit knapp 600 km ist die Strecke prädestiniert, um Ausschau nach einem hübschen Zwischenziel zu halten. Gewonnen hat der Zoo Rostock.

Anschließend suchten wir uns direkt um die Ecke im Hansaviertel von Rostock ein ruhiges Plätzchen, wo wir die Nacht verbringen konnten.

Marie machte, eigensinnig wie sie eben in diesen Zeiten war, irgend etwas komisches 🙂

Zum Abendessen besuchte ich (Jo) ein Lokal um die Ecke. Die Spaghetti mit Tomatensoße für die Kinder waren wirklich köstlich. Die Kinder sahen das anders, trotzdem wurden alle satt.

Gespannt auf Dänemark, die Nordsee, den Campingplatz und den Grenzübergang (nicht zu vergessen: es ist Corona-Pandemie) gingen wir zu Bett.

Sokka und Co

Natürlich wurde auch hier Marie der Bekanntschaften fündig. Dieser coolen Sausemaus kann ja auch kein anderes Kind widerstehen.

Sokka hieß nicht wirklich Sokka. Wir nannten ihn nur so, weil er mit seinen rasierten Seiten und dem Pferdeschwanz eben aussah, wie Sokka aus der grandiosen Serie “Avatar – The last Airbender”. Er und sein Bruder waren die erste Bekanntschaft auf dem “Campingplatz Dünencamp”. Es zeigte sich allerdings relativ schnell, das sie vorwiegend Interesse an unserer Sammlung an Paw Patrol-Spielzeugen hatten. Nicht nur einmal musste man sie im Spiel ermahnen, dass Joshi auch ein Anrecht auf die bunten Fahrzeuge hatte. Sokkas kleiner Bruder konnte gelegentlich von Marie überzeugt werden, dass Gassi gehen mit Lilly und Bruno auch ziemlich cool ist, so daß man die beiden sah, wie sie die zwei Haustiere quer über den Platz zogen. Aber als Sokka und Co dann irgendwann klar wurde, dass sie, neben dem Interesse an Paw Patrol, auch Interesse an unseren Kindern mitbringen mussten, verflog diese Bekanntschaft dann auch leider wieder.

Gegen Mitte unseres Aufenthaltes im Dünencamp kam dann eine weitere Freundschaft dazu, deren Interessens-Mix besser passte: Amelie und deren kleine Schwester Lenora.

Man sagt ja immer, die Welt sei klein. Hier hat es gestimmt. Amelie und Lenora haben wir in Dänemark auf dem Spielplatz wieder getroffen.

Spielplatz

Der Gang zum Spielplatz war in Karlshagen fast wichtiger, als der Gang zum Strand. Glücklicherweise gab es direkt an unserer Parzelle ein kleines Gerät…

… ein kleiner Spielplatz in Blicknähe …

… sowie auch auf halber Strecke Richtung Karlshagen-Downdown ein größerer Spielplatz, der von uns täglich besucht wurde.

Strand

Während unserem Aufenthalts in Karlshagen war das Wetter ein wenig forscher und bewölkter.

Strandaufenthalte fielen daher anders aus, als in Ückeritz. Weniger Baden, weniger Sandburgen, aber mindestens gleich viel Eis essen (gleich viel Kind-den Kindern Streiten) und des Öfteren ein Spaziergang am Stand entlang.

Hier beispielsweise hat sich Marie stinkig abgesondert und sich, mit Eis bewaffnet, ein besonders hübsches Örtchen gesucht.

An einem Tag ist Ina mit Marie ins Theater (in der “Konzertmuschel”, Kleiner Drache Kokosnuss) gegangen. Wir verabschiedeten uns vor dem Theater, ich und Joshi sind dann einfach direkt zum Strand abgebogen und wollten die Zeit dort überbrücken. Im Wind und mit Joshi auf dem Arm baute ich eher notdürftig unsere Strandmuschel auf. Ohne mein Sitzfleisch wäre die Strandmuschel einfach nur davon geflogen und ununterbrochen bogen sich die Seiten auf mich, teilweise so stark, dass man vermutlich von aussen meine Silhouette er kennen konnte. Und in meinem Arm lag selig der schlafende Zwerg, den ich nahezu ununterbrochen von peitschendem Sand abschirmte.

Auf Grund von ebenfalls davonfliegenden Knabbereulen bekamen irgendwann auch eine Silbermöwe und zwei Nebelkrähen Interesse und stapften ungewöhnlich nahe an unserer kleinen Unterkunft auf und ab.

Schließlich kamen Marie und Ina von ihrem Theaterbesuch zurück und Ina überarbeitete meinen Versuch eines Zeltes und siehe da: stabil war’s! Nun ja, ich werde diese misere auch zukünftig einfach weiterhin auf meine Bewegungs-Unfreiheit mit Joshi auf dem Arm schieben 🙂

Dann passierte etwas Unerwartetes: In der Ferne am Strandstreifen, noch zirka 1 km entfernt, sah man eine dicke, dunkle Wand von Regen und Wind auf uns zu brettern. Hier bleiben oder flüchten? Wir entschieden uns für flüchten. Ina revidierte ihr jüngst aufgestelltes Menschennest, ich schnappte die Kinder und verlies den Strand.

Nach einem ordentlichen Schauer mit ordentlichen Böen war es dann auch wieder gut.